Marktbeobachtungen

Anfang der 70er Jahre herrschte auf dem Spielzeugmarkt eine „Goldgräberstimmung“.
Man konnte alte Eisenbahnen und Kisten mit Modellautos günstig auf Flohmärkten, über Kleinanzeigen, Kollegen oder Nachbarn bekommen.

Auf den wenigen und meist nur Insidern bekannten Modelltauschbörsen wurden die Modelle anfangs getauscht und alsbald nur noch gegen teilweise horrende Summen weitergegeben. So mancher finanzierte so sein Studium oder sein nächstes Auto.
Dann gab es erste Sammlerkataloge mit zum Teil jährlich steigenden Preisen.

Anfang des neuen Jahrtausends platze die Blase. Der Nachwuchs hatte am Computer oder Gameboy mehr Interesse und die Modelle der 50er und 60er Jahre interessierten nicht sonderlich. Durch das Internet war es auch relativ bequem zu kaufen oder zu verkaufen.

Bestimmte Modelle überschwemmten den Markt. Im Bereich der Modellbahn war bei fast allen Anlagen eine Tenderlok (aus der Grundpackung) eine V 200 und vielleicht noch ein Schienenbus dabei.

Vermutlich in der Hoffnung die Wertentwicklung ähnlich alter Wikingmodelle, kauften einige Sammler vornehmlich die sicher sehr filigranen Modelle beispielsweise der Firmen Herpa, Albedo oder AWM. Leider sind viele dieser Modelle (wie auch viele Wiking Modelle dieser Zeit) aktuell sehr schwer zu einem angemessenen Preis zu veräußern.   

Es gibt sicher einige wenige Werbemodelle, bei denen es zu Wertsteigerungen gekommen ist. Fazit lautet somit, dass aktuelle, bzw. Modelle der letzten Jahre in der Regel keine großen Wertsteigerungen mehr erzielen. Ein deutliches Beispiel sind die so genannten „Biertrucks“ (Beigabe zur Kiste Bier). Nachdem auch hier die ersten Sammlerkataloge erschienen stürzten die Preise in der Masse quasi ins Bodenlose.
Der materielle Wert von Modellen hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Nachfrage,
  • Hersteller bzw. ist das Vorbild gerade gefragt,
  • Rarität, Seltenheit.

Zu aktuellen Miniaturen die künftige Wertentwicklung vorher zu sagen ist kaum möglich. Zu befürchten ist, dass diese nicht wie erhofft eintreten wird. Mit diesen Modellen werden wohl die wenigsten Kinder gespielt haben, Kindheitserinnerungen somit eher nicht damit verbunden sind. Viele dieser Modelle dürften auf Anlagen oder Vitrinen ggf. sogar noch in der Verpackung aufbewahrt werden und somit keinen „Verschleiß“ unterliegen.
Anders bei vielen Modellen, die bis ca. 1980 hergestellt wurden. Diese haben auch in den letzten Jahren teilweise beachtliche Wertsteigerungen erfahren.
Hierzu zählen insbesondere Modelle (am besten in der Originalverpackung) und Kataloge folgender Hersteller: Arnold (Blech/Kunststoff), Britains (Fahrzeuge), Carrera (Fahrzeuge, Slotcars), Carette (Blech, Eisenbahn), CKO – Kellermann (Blech Fahrzeuge), Corgi-Toys (1:43), Cursor (Werbemodelle), Dinky-Toys (1:43), Distler (Blechautos), Elastolin (Militär), Faller (AMS, frühe Fertiggebäude), Gama (Blech), Hausser (Militär + Landwirtschaft, Figuren), Lego (Fahrzeuge), Lehmann (Blech), Lineol (Militär), Lioncar (1:43), Märklin (Eisenbahn, Fahrzeuge, Zubehör), Matchbox (Sets, OVP), Mebetoys (1:43), Mercury (1:43), Norev (1:43), Pilen (1:43), Polytoys (1:43), Rex (Werbemodelle), Schuco (Blech, keine Replikas), Siku (Plastik, V-Serie), Solido (1:43), Spot-On (1:43), Steiff (Fahrzeuge, Tiere + Zubehör bis 60er Jahre), Tekno (1:43), Tippco (Blechfahrzeuge), Vilmer (1:43), Wiking frühr Jahre, Werbemodelle, Schiffe, Flugzeuge)...   um die bekanntesten zu nennen.
 
Gefragt sind natürlich Modelle aus Blech oder Kunststoff aus Deutschland und Japan. Ältere, umgebaute und - wenn möglich - verschweißte Kids aus den 50er und 60er Jahren und Slotcars aus der 60er und 70er Jahren.
Lange vernachlässigt war das Sammelgebiet ex DDR. Hier konnte man noch relativ lange und günstig Modelle erhalten. Dieses Sammelgebiet ist abgeschlossen und die Auflagen waren häufig deutlich geringer als die Westmodelle. Von der Qualität allerdings waren sie bis in die 70er Jahre durchaus ebenbürtig.

Zustand, Auflage und Vorbild

Unbespielte Modelle ohne Beschädigungen oder Gebrauchsspuren, zusammen mit den Original-Verpackungen (mint and boxed, mb) erzielen die höchste Nachfrage.
Daneben auch Miniaturen in niedriger Auflage, seltene Werbemodelle oder Einzelstücke und Prototypen (meist deutlicher wertvoll als Serienmodelle). Inzwischen sind auch Kataloge, Prospekte und Zubehör von zuvor benannten Herstellern gesucht. 
In den letzen 2 Jahren kann man zu Topstücken der Modelle bis ca. 1980 eine hohe Nachfrage beobachten. Vermutlich handelt es sich um eine „Flucht in Sachwerte – Vitrinengold“.
Kommentar eines Besuchers auf einer der letzten Modellbörsen hierzu war „lieber eine Vitrine mit schönen alten Sachen meiner Jugendträume, als ein nachher nahezu wertloses Stück Papier oder Anteilschein an einem wertlosen Fond“.

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09. Dezember 2018
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